Zentrum

Mit der Stiftung nach Deutschland
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 „Entscheidet euch für die deutsche Sprache, weil der Beste im Kurs in dieses schöne europäische Land reisen wird“ -  sagte uns die Deutschlehrerin, direkt am Anfang der Ausbildung im Zentrum für die polizeiliche Grundausbildung. Ja, natürlich, du wirst sicher derjenige sein, dachte ich. Davon wird nichts. Ich entscheide mich für Englisch. Diese Sprache spreche ich schon ziemlich gut. Es fehlt nur noch, dass ich neben den 15 Fächern auch noch Deutsch lernen muss! Doch mein Zimmergenosse Mirko Bojović versuchte mich zu überreden und die Konversation mit der Englischlehrerin, welche meine Englischkenntnisse als zufriedenstellend einschätzte, waren entscheidend. Also beschloss ich Deutsch als Fremdsprache zu wählen. Ich gestehe, dass mich diese Sprache von der ersten Stunde an faszinierte, denn unsere Deutschlehrerin Borka Galavić bemühte sich außerordentlich, uns so viel wie möglich beizubringen und überhaupt ihre warmherzige Art, war für uns in diesem Augenblick sehr wichtig. Die Zeit verging und ich merkte, dass ich immer größere Fortschritte machte. Am Ende der Ausbildung wurde mir gesagt, dass ich für diese Reise nach Deutschland ausgewählt wurde! Im April hat man es mir dann auch offiziell bestätigt. Die „Hanns Seidel“ Stiftung aus München belohnte mich, den besten Azubi aus dem 7. Ausbildungsseminar des Zentrums für die polizeiliche Grundausbildung in Sremska Kamenica im Fach Deutsch, mit einer zweiwöchigen Hospitation in Bayern, vom 16. bis 27. September 2013. 

                

 

Auf dem Flughafen in München warteten schon meine Kollegen aus der Ukraine, Bulgarien und Ungarn, aber auch der deutsche, d.h. bayerische Taxifahrer, denn später wurde mir beigebracht, dass die Menschen aus Bayern in erster Linie Bayern und dann Deutsche sind. Er brachte uns in das etwa 100 km entfernte Städtchen Königsbrunn, wo wir in der V Abteilung der Bayerischen Bereitschaftspolizei (eins von insgesamt 6 Zentren für die polizeiliche Grundausbildung) beherbergt wurden. Das Zentrum befindet sich auf einer Fläche, die tausende von Qadratkilometern umfasst. Dort sind mehrere Gebäude in denen der Unterricht abgehalten wird und in denselben Gebäuden sind auch immer die Azubis untergebracht, die demselben Seminar angehören. Das Zentrum hat außerdem noch ein Einsatzhaus, eine Kantine, ein Restaurant, ein Sportzentrum mit einer Sporthalle, einem Kraftraum und einem Schießkino. Es gibt auch mehrere Sportplätze, z.B. für Fußball, Tennis und Volleyball.
 
Am ersten Tag unseres Aufenthaltes machten wir uns mit dem Zentrum, der Unterkunft, und den Klassenräumen vertraut, aber ebeso versuchten wir die Beschäftigten besser kennenzulernen. Ab dem nächsten Tag waren wir im theoretischen Teil des Unterrichts, welcher sehr unserem ähnelt, anwesend. Im praktischen Teil des Unterrichts, hatten wir die Möglichkeit, die Vorgehensweise in alltäglichen Situationen zu beobachten wie z.B.  Störung der öffentlichen Ordnung, Mord, Selbstmord, häusliche Gewalt und wir konnten beobachten, auf welche Weise Situationen bewältigt werden, welche die Verkehrspolizei und die Kriminaltechniker durchführen oder wie eine Unfallaufnahme verläuft, denn auch solche Tätigkeiten umfasst diese Ausbildung. Im Rahmen des praktischen Unterrichts waren wir ebenfalls bei der Schießausbildung mit Hilfe von Laserpistolen (identisch wie bei uns) anwesend, aber wir hatten auch die Möglichkeit mit denen ihrer Dienstwaffe „Heckler und Koch“ zu schießen.
 
             
 
Wir waren auch Gäste des Leiters des Zentrums, der uns erklärte welche Bedingungen erfüllt werden müssen, damit jemand überhaupt auf die Polizeischule aufgenommen wird, was man alles von den Azubis während der Ausbildung verlangt und wie die Polizei in Bayern überhaupt wirkt. Ihre Ausbildung, im Gegensatz zu unserer, dauert zweieinhalb Jahre und umfasst den theoretischen, praktischen und modularen Unterricht. Sie bekommen schon nach einem Jahr ihren ersten Dienstgrad und sie sind verpflichtet ab diesem Zeitpunkt, alle polizeilichen Aufgaben dem Gesetz gemäß zu erledigen. Angefangen vom ersten Jahr an, bekommen sie auch ein Gehalt.  
 
Wir hatten auch die Möglichkeit die Struktur und die Tätigkeiten der Polizeiinspektionen kennenzulernen. Die Polizeibehörde in Augsburg, die wir zweimal besuchten, ist eine ganz besondere Geschichte. Ich hatte solch eine moderne Ausrüstung und Technik an Ort und Stelle nicht erwartet. Ein einziger Anblick vor dem Gebäude genügt, um festzustellen, dass alle geparkten Polizeiwagen die Automarke BMW haben.
 
Der Empfang der bayerischen Kollegen war besonders herzlich und nett. Die Unterkunft war ausgezeichnet und die Verpflegung noch besser, aber trotzdem haben die  Sehenswürdigkeiten, die wir besichtigt haben und die weltweit bekannt sind, den größten Eindruck hinterlassen. Wir hatten an den Nachmittagen immer die Möglichkeit entweder München oder Augsburg zu besuchen und wir konnten dabei die Geschichte, Kultur, Tradition und Bräuche des deutschen Volkes und der erwähnten Städte noch besser kennenlernen. Ich hatte auch wirklich das Glück, Bayern während des Oktoberfestes zu besuchen. Was ich noch auf jeden Fall erwähnen muss, ist das Fußballspiel zwischen Bayern und Hannover in der Allianz Arena, welches wir ebenfalls besucht haben. Diese Atmosphäre, wo 67.000 Menschen zusammen singen, als wären sie dasselbe und dieses riesige Stadion, verstummten mich, es fehlten die Worte, aber die ganzen 90 Minuten hatte ich vor Freude ein Lächeln im Gesicht.
 
             
 
Und am Ende, wenn ich die ganzen Eindrücke zusammenfasse, alles was ich gesehen und erlebt habe, angefangen vom Unterricht mit den deutschen Azubis bis zu den Besuchen und Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten, denke ich, dass mein Fleiß in Sremska Kamenica mehrfach belohnt wurde. Der Aufenthalt in Bayern hat mir geholfen, meine Deutschkenntnisse zu verbessern und er wird ebenfalls für meine weitere Arbeit, sowie die Ausführung der polizeilichen Aufgaben in Bezug auf die ausländischen Staatsbürger nützlich sein.          
 
 
Slobodan Belošević
Übersetzung: Borka Galavić
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